Trailing-Stop-Loss

Letzte Woche habe ich über den Stop-Loss geschrieben, diesmal möchte ich kurz etwas über den Trailing-Stop-Loss schreiben.

Zunächst einmal ist die grundlegende Funktionsweise des Trailing-Stop-Loss genauso wie beim Stop-Loss: Ein Wertpapier wird zum Verkauf angeboten, sobald der Stop erreicht wird. Der Unterschied ist, dass man beim Trailing-Stop-Loss einen Abstand eingeben kann.

Wie erstellt man einen Trailing-Stop-Loss und was bedeutet „Abstand“?

Erstellen des Trailing-Stop-Loss

  • Handelsplatz, Wertpapier, Stückzahl
  • Ordertyp: Trailing-Stop-Loss
  • Sinnvolle Gültigkeit
  • Initialer Stop-Kurs
  • Abstand (absolut oder prozentual)

Initialer Stop-Kurs

Zum Trailing-Stop-Loss gibt man einen initialen Stop Kurs an. Steigt der Kurs des Wertpapiers nicht, verhält sich der Trailing-Stop-Loss genau wie der Stop-Loss: Beim erreichen oder unterschreiten des Initialen Stop-Kurses wird das Wertpapier zum Verkauf angeboten.

Den Unterschied macht der Abstand.

Abstand

Der Abstand kann Prozentual oder Absolut angegeben werden. Zur Lebenszeit des Trailing-Stop-Loss ändert sich der Kurs des Wertpapiers am angegebenen Handelsplatz. Zu jedem Kurs des Wertpapiers an der Börse wird der Abstand subtrahiert (Absolut: Aktueller Kurs-Abstand=potentieller Stop. Prozentual: Aktueller Kurs*(1-Abstand)=potentieller Stop) wird der potentielle Stop berechnet. Ist dieser größer als der aktuelle Stop (oder initiale Stop), wird der aktuelle Stop durch den potentiellen Stop überschrieben. Stark vereinfacht gesagt: Steigt der Kurs, steigt der Stop.

Wertpapierkurs mit Stop

Trailing-Stop-Loss Funktionsschema

Im Bild oben wird die Funktionsweise des Trailing-Stop-Loss dargestellt. Auf der horizontalen Achse ist das Datum aufgetragen, auf der vertikalen Achse der Preis. Der Kurs des Wertpapiers ist in Blau dargestellt, der Stop in Rot. Der initiale Stop wird mit 94 EUR gewählt, der Abstand 5%.

  • Beim Anfangskurs liegt der potentielle Stop noch unter dem initialen Stop, also bleibt der Stop unverändert
  • Auch am 4.6.-6.6. keine Änderung, der Kurs fällt, bleibt aber über dem Stop.
  • Am 7.6.-8.6. steigt der potentielle Stop über den initialen Stop, der Stop wird also jeweils angepasst
  • Am 11.6.-12.6. keine Änderung des Stops, da der potentielle Stop unter dem aktuellen Stop liegt.
  • 13.6.-15.6. steigt der potentielle Stop wieder über den aktuellen Stop, der Stop wird also angepasst
  • Bis zum 21.6. bleibt der Stop unverändert, der Kurs fällt, bleibt aber über dem Stop.
  • Am 22.6. (gelber Kreis) fällt der Kurs des Wertpapiers unter den Stop, das Wertpapier wird an dem Börsenplatz zum Kauf angeboten.

Trailing-Stop-Loss macht gelassen

Dadurch, dass der Trailing-Stop-Loss das Wertpapier verkauft, wenn der Preis zu schlecht wird (entweder mit Gewinn oder mit Verlust) kann man relativ sorglos in den Urlaub fahren. Man braucht nicht jeden Tag den Stop zu aktualisieren, das macht der Trailing-Stop-Loss bei Bedarf selbst. So folgt man dem Kurs und kann Gewinne mitnehmen.

Achtung, genau wie ein Stop-Loss schützt auch ein Trailing-Stop-Loss nicht vor größeren Verlusten. Beim erreichen des Stop-Limits wird das Wertpapier unlimitiert zum Verkauf angeboten, die Stop-Loss-Order wird dann mit dem nächsten Kaufangebot gefüllt. Dadurch kann der Verlust auch größer sein als der eingestellte Stop.

Was sind eure Erfahrungen mit Trailing-Stop-Loss-Orders?

Über Michael

Verheiratet, 2 Kinder. Aktueller Beruf: IT Consultant / Software Engineer
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